Kapiert?

Nicht alles beweist Kritikfähigkeit, was sich gegen althergebrachte Weisheiten richtet. Im Bereich der natürlichen Zahlen bleibt 1 und  1 Zwei und auf der Erde fällt, sinkt alles, was schwerer ist als Luft, wenn man es loslässt, im Wasser, wenn´s schwerer ist als Wasser.

Freiheitszuwachs

Früher nahmen sich gelegentlich Leute die Freiheit, unbekleidet über den Marktplatz zu rennen, nachts über den Zaun des Freibades zu klettern und sich am Stammtisch mit dem Nacht- bzw. Nacktbadeabenteuer zu brüsten. Zur tätlichen Beleidigung von Politikern verwendete man die Handfläche, Eier, faule Tomaten, Wasserbomben oder Farbbeutel.  Mancher sagte in den Gängen eines Parteitags schon mal A… zum Parteifreund, der gerade als dussliger Minister fungierte. Heute postet man anonym die Bilder vom „Einbruch“ ins Freibad und versteckt sich  in sozialen Netzwerken hinter einem Alias. Dann kann einen keiner dabei ertappen,  wie man aufs Rüdeste Leute beschimpft und beleidigt.

Zur tätlichen Beleidigung griffen Leute, die das anschließende  Verfahren nutzten, um ihre Inhalte in die Öffentlichkeit zu tragen. Die anonymen Netzwerker von heute versuchen Menschen zu beschädigen,  denen sie nicht das Wasser reichen können.  Billige Freiheit. Deshalb bleibt sie auch trotz zahlreicher „Gefällt mir – Klicks“  meistens ohne Wirkung. Vielleicht zu Recht.

Andere Wege gehen?

Andere Wege gehen.

Zum zweiten Mal in der neueren europäischen Geschichte kämpfen diejenigen, die von der Gleichheit der Menschen und der Unveräußerlichkeit ihrer gleichen Rechte überzeugt sind, gegen eine sich beschleunigende Rechtsentwicklung.  Es vergeht fast kein Tag an dem mich nicht mehrere Mails erreichen, dass personelle Unterstützung gebraucht wird für die Kundgebung gegen „Pro X“ in Kleinpopelsdorf; die Demo gegen „Rechter Weg“ in Hintermümmelshausen, wo vor kurzem Naziaufkleber gesichtet wurden; das Füllen des Saales für die Lesung eines Buches zu den NSU-Morden in Oberhasenhausen.  Vielleicht machen wir etwas falsch, denn trotzdem werden die braunen Horden mehr, Brandstifter, Gewalttäter gegen jeden, der „anders“ ist, bedrohen tagtäglich mehr Menschen,  zünden ihre Hütten an und bringen sie zu Tode.

Beobachtungen

Die gleichen Menschen, die den Slogan unterschreiben „Fluchtursachen bekämpfen, nicht Flüchtlinge“ gehen in Bezug auf eine sich beschleunigende Rechtsentwicklung jeder Ursachenforschung aus dem Weg, das ist mein Eindruck. Und sie kommen in der Folge natürlich auch zu offensichtlich untauglichen Schlüssen betreffend die eigenen Handlungsstrategien. Die gewohnte Strategie, jede Veranstaltungsankündigung von Nazis, AfD, Statt…, pro… zu parieren mit einer Gegen“aktion“ bei der mindestens 10 Leute wie in der Fabel Hase und Igel ein Schild hoch halten: „Wir sind schon da.“ hat sich über die Jahre als ziemlich wirkungslos erwiesen.

Ich mache den Vorschlag, den Pfad der Erfolglosigkeit zu verlassen und andere Wege zu gehen…  –> weiterlesen  

 

 

Thema: Kriminelle Ausländer

“Dank” Köln und der Flüchtlingskrise und -debatte wurde ein Zweig der Sozialwissenschaften ins Blickfeld gerückt, der schon seit Jahren mehr Aufmerksamkeit verdient hätte, als ihm bisher zuteil wurde: die Kriminologie.

Eine gelegentlich erfrischend polemische Antwort auf das  „kriminelle-Ausländer-raus-Gerede“ der Rechten aller Parteien, Pegida ….

Dazu Thomas Fischer  in der ZEIT.

Schärfere Gesetze

eingesandter Text:

Es ist schon seltsam: Kaum passiert etwas Schlimmes schreien Empörte, die anscheinend vorhandene Gesetze nicht einmal kennen, nach „Verschärfung“.  Auf dem Papier verfügte Erhöhungen einer Strafbewehrung oder die Neueinführung einer Strafnorm haben jedoch keine nachweisbaren Folgen. Abschreckung gibt es nicht. Wer absichtlich ein Verbrechen begeht, nimmt an, dass er nicht erwischt wird.  Wer in Unkenntnis der Rechtslage straffällig wird, wird bestenfalls nachträglich schlauer und  kann zudem auf eine mildere Strafe hoffen.

Über 30 Jahre meines Erwerbslebens war ich in einer Institution tätig, die bekannt dafür ist, dass sie von Regeln und der Ahndung von Regelverstößen durchdrungen ist: die Schule. Diese Tätigkeit hat mir die Einsicht vermittelt, dass man sich nur lächerlich macht, wenn man Regeln setzt, deren Einhaltung sich grundsätzlich der Kontrolle entzieht oder mangels Kontrollpersonal nicht durchgesetzt werden kann.  Manche Verstöße können sogar nur vermutet werden, und der Nachweis ist in der Realität extrem schwierig, vielleicht sogar unmöglich. Geschwindigkeitsbeschränkungen z. B.  werden in vielen Fällen übersehen oder  sie werden regelmäßig missachtet, sobald der dreibeinige Ständer der Polizeikamera aus dem Blickfeld verschwunden ist. Auch auf Betrügereien in Zusammenhang mit Doktorarbeiten könnte hier verwiesen werden.

Verschärfung von Gesetzen könnte Folgen haben, würde man gleichzeitig das Personal der Polizei, der Steuerfahndung, des Zolls, des Ordnungsamtes, der Lebensmittelüberwachung … deutlich erhöhen, am besten die Zahl der Richter auf allen Ebenen gleich mit. Dank des fanatisch verfolgten Ziels der „Schwarzen Null“ bei gleichzeitiger Steuerverschonung der Höchstverdiener ist dies jedoch nicht möglich.
Die Befürworter „Schwarzer Nullen“ und niedriger Steuersätze sind – nicht immer, aber sehr oft – gleichzeitig Befürworter von Gesetzesverschärfungen. Ja, was nun, Herr Nachbar?

Abgedruckter Text:

LB_Verschärfen

Bekenntnis

Bekenntnis

entsprechend § 237 des Integrationsgesetzes abzulegen von Personen mit Migrationshintergrund bei Vorliegen einer möglicherweise illegalen Einreise von Vorfahren

Ich spreche frängisch. Dieses schriftliche Bekenntnis habe ich selbstständig unter Verwendung von Microsoft Programmen verfasst. Vor Auswahl der aufgelisteten Inhalte habe ich mich von einem/ einer Integrationsberater/in  (BA, Studiengang Kulturpädagogik, Hochschule Niederrhein) eingehend informieren lassen.

Ich sorge regelmäßig dafür, dass mein Kleiderschrank mir den unauffälligen Besuch von Wagnerfestspielen, Rock am Ring und der Wies´n in der jeweiligen Mode der Saison erlaubt.

Ich versichere, dass ich keine Ausstrahlung von Sendungen mit Helene Fischer versäume, auch nicht den „Eurovision Song Contest“, das „Dschungelcamp“ und „GZSZ“.

Ich gehe täglich um 21:45 nach Ende der Hauptsendezeit der öffentlichen Fernsehsender ins Bett und vermeide es so, mich der Beeinflussung durch Monitor, Panorama, Plus Minus auszusetzen.

Anders als Menschen, die sich als Touristen an meinem Wohnort aufhalten, esse ich kein Schäuferla oder Bratwürste mit Kraut, sondern gehe zum Griechen und zum Italiener, wie es die Einheimischen tun.

Zu Sportschau und Sportstudio trinke ich regelmäßig Bier und esse Chips. Eigene sportliche Betätigung vermeide ich, wo immer möglich.

gezeichnet

Pauline Longchambre