Freiheitszuwachs

Früher nahmen sich gelegentlich Leute die Freiheit, unbekleidet über den Marktplatz zu rennen, nachts über den Zaun des Freibades zu klettern und sich am Stammtisch mit dem Nacht- bzw. Nacktbadeabenteuer zu brüsten. Zur tätlichen Beleidigung von Politikern verwendete man die Handfläche, Eier, faule Tomaten, Wasserbomben oder Farbbeutel.  Mancher sagte in den Gängen eines Parteitags schon mal A… zum Parteifreund, der gerade als dussliger Minister fungierte. Heute postet man anonym die Bilder vom „Einbruch“ ins Freibad und versteckt sich  in sozialen Netzwerken hinter einem Alias. Dann kann einen keiner dabei ertappen,  wie man aufs Rüdeste Leute beschimpft und beleidigt.

Zur tätlichen Beleidigung griffen Leute, die das anschließende  Verfahren nutzten, um ihre Inhalte in die Öffentlichkeit zu tragen. Die anonymen Netzwerker von heute versuchen Menschen zu beschädigen,  denen sie nicht das Wasser reichen können.  Billige Freiheit. Deshalb bleibt sie auch trotz zahlreicher „Gefällt mir – Klicks“  meistens ohne Wirkung. Vielleicht zu Recht.

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