Hand, Spaten oder Traktor?

Sie haben sich die Aufgabe gestellt, ein Fleckchen Erde umzugraben, damit Sie Radieschen säen können. Sie können dies auf unterschiedliche Weise tun.  Wie  entscheiden Sie sich? Ein Tag mit bloßen Händen, ein halber Tag mit einer Schaufel und einem Kratzer oder 2 Stunden mit dem Spaten? Vor kurzem wurde mir ein neoliberaler Denkansatz unterstellt, weil ich die Annahme formulierte, vernünftige Menschen würden sich bemühen, die anstehende notwendige Arbeit  effizient  zu erledigen.  Waren Paviane, die mit einem Stock eine Frucht vom Baum schlugen,  verkappte Neoliberale? Der Werkzeuggebrauch und die Verbesserung der Werkzeuge begleitet die „Menschwerdung des Affen“.

Man kann die Entwicklung der Produktivkräfte innerhalb zurückliegender Zeiträume beschreiben. Die um Effizienz bemühten ersten Ackerbauern und Viehzüchter konnten nicht vorhersehen, dass sich nach 10.000 Jahren der von ihnen mühsam erwirtschaftete Überschuss, der ein Überleben ohne Hunger möglich macht, auf lange Sicht verwandelt in Finanzkapital und millionenfachen Hunger.

Auch  zunächst erfolgreiche Bemühungen, die Lebensbedingungen zu verbessern, können sich später  zumindest als ambivalent erweisen, wenn nicht sogar als leider irreversible Fehlversuche.

Advertisements

Recherche einer deutschen Provinzzeitung und ihre Folgen

Einer aufmerksamen Bürgerin unserer Kreisstadt ist es mit Hilfe einer ebensolchen Presse gelungen eine Behörde, die bayerische Verwaltung der Schlösser und Seen, dafür zu interessieren, dass Waller in einem Schlossteich schwimmen und womöglich nach Entenküken schnappen.

Ungeklärt ist derzeit, wie und ob die Behörde die entengefährlichen Waller beseitigt. Zu klären sind von der Behörde folgende Fragen:

  • Wie groß ist die Wallerpopulation?
  • Fressen Waller tatsächlich Entenküken, wenn ja unter welchen Bedingungen?
  • Wie groß ist die Entenpopulation?
  • Auf welchem Weg wäre gegebenenfalls ein Gleichgewicht zwischen Enten und Wallern herzustellen?
  • Angeln, Abfischen und dem Verzehr zuführen oder fangen und in einem anderen Gewässer aussetzen?

Es ergeben  sich daraus für mich folgende Fragen:

  • Wer schützt das Plankton vor den Walen?
  • Welcher Redakteur einer Zeitung mit Weltgeltung ist bereit, sich des Problems anzunehmen?
  • Welche weltumspannende Behörde ist zuständig?

Katze_Vogel 001

Kleiner Vogel – Grafik und Idee: Steffi Kadenbach; publiziert als Postkarte von Ranneberg & friends, Hamburg

Währungsumstellungen (Mark in DM und DM in Euro)

Leserbrief zu „Kraftakt ohne Beispiel“ – KURIER vom 19.05.2015 – Seite 6

Nicht wenige sogenannte Ökonomen sind keine Wissenschaftler, sondern von Interessen geleitete Spekulierer, bezüglich der Ursachen genauso wie bezüglich der Wirkungen wirtschaftlicher und politischer, volkswirtschaftlicher Entscheidungen. Kein Wunder, dass es im Artikel heißt: „ Auch 25 Jahre später wird die Währungsunion von Ökonomen immer noch kontrovers beurteilt.“

Am Ende des Artikels wird auf Parallelen, Ähnlichkeiten zum EURO und seiner Entwicklung verwiesen. Sowohl was die Währungsumstellung von der Mark zur Deutschen Mark als auch was die Einführung des EURO anbelangt, haben die oben angesprochenen Ökonomen und die ihnen hörigen, dem Marktfetischismus huldigenden Politikerinnen eines in ihr Kalkül in keinster Weise einbezogen: Die Auswirkungen ihrer Maßnahmen auf die Menschen, die durch den Verkauf ihrer Arbeitskraft ihre materielle Existenz sichern müssen.

Die Menschen, die auf Grund dieser marktradikalen Entscheidungen in Armut gefallen sind, ob bei uns oder in Amerika, Griechenland, Spanien, Irland oder Portugal … , haben in weiten Teilen das Vertrauen in die Entscheidungsfähigkeit der politischen Klasse verloren. Das zeigt sich in allen Ländern in Wahlenthaltung, in einer Stärkung rechtsextremer Parteien und in der Zunahme von Gewaltakten gegenüber gesellschaftlichen Minderheiten. Der Schaden ist unermesslich, den die Demokratie erlitten hat.

Die Gestaltung einer Zukunft in materieller Sicherheit für die arbeitenden Menschen ist nur möglich, wenn man über politische Ökonomie nachdenkt und eine breite öffentliche Diskussion zu diesen Fragen führt. Nur so können Entscheidungen vorbereitet werden, die sowohl von Sachkunde als auch von breiten demokratischen Mehrheiten bestimmt sind. Kaffeesatz lesende `Weise´ und Politikerinnen, die Entscheidungen treffen, die ihnen der wöchentlich wechselnde Wind der öffentlichen Meinung einbläst, sind zu nichts zu gebrauchen.